03 · Wissen
Was ist PCB-Umspritzung?
PCB-Umspritzung (Leiterplatten-Umspritzung) ist das Umhüllen einer bestückten Leiterplatte mit Kunststoff direkt im Spritzgießwerkzeug. Die Elektronik wird als Einlegeteil positioniert, die Formmasse umschließt Platine, Bauteile und Kontaktierung — zurück bleibt eine dauerhaft geschützte, einbaufertige Baugruppe.
Mit duroplastischen Formmassen bekommt diese Kapselung Eigenschaften, die im Elektronikumfeld zählen: Die Masse vernetzt irreversibel und erweicht auch unter Dauertemperatur nicht wieder. Sie isoliert elektrisch von Haus aus, ausgewählte Typen erreichen die höchste Kriechstromfestigkeits-Klasse CTI 600 nach IEC 60112. Und sie widersteht Ölen, Laugen und Reinigungsmedien, an denen viele Standard-Thermoplaste scheitern.
Epoxid-Formmassen (Epoxy Molding Compounds, EMC) machen seit Jahrzehnten genau das im Halbleiter-Maßstab: Sie umhüllen Chips. Die PCB-Umspritzung überträgt dieses Prinzip auf die komplette Baugruppe — mit den Werkzeug- und Prozesskonzepten eines Duroplast-Serienfertigers.
Duroplast-Umspritzung oder Vergießen — der ehrliche Vergleich
Der klassische Weg zur geschützten Elektronik ist der Verguss: Gehäuse bestücken, Harz dosieren, aushärten lassen. Er ist flexibel und werkzeuglos — aber in der Serie langsam. Die Umspritzung dreht das Verhältnis um: hoher Werkzeuginvest, dafür Sekunden-Zyklen und ein Bauteil weniger in der Stückliste.
Einordnung auf Basis der Verfahrensprinzipien; die belastbare Bewertung für Ihr Bauteil liefert der Machbarkeits-Check mit Geometrie, Stückzahl und Schutzanforderung.
Warum Baumgarten für die Leiterplatten-Umspritzung?
Umspritzen von Einlegeteilen ist bei uns kein Sonderprozess, sondern Tagesgeschäft: Steckerpins, Sensorik und Hybridbauteile laufen in Großserie über bauteilspezifische Handlingsysteme und Fertigungsinseln mit integrierter Weiterbearbeitung. Die Prozesse sind IATF-16949-zertifiziert, jede Kavität wird inline überwacht — mit adaptiver Prozessregelung gegen Chargenschwankungen, dokumentiert in der Fachzeitschrift Kunststoffe.
Dazu kommt die Werkstoffseite: Wir verarbeiten rieselfähige Phenol- und Epoxidharzmassen sowie BMC auf Anlagen mit 800 bis 3500 kN Schließkraft und beraten bei der Auswahl der passenden Formmasse — inklusive paralleler Validierung mehrerer Materialien, wenn das Lastenheft es verlangt. Die Verfahrensgrundlagen erklärt unsere Seite Duroplast-Umspritzung; den Werkstoff selbst der Werkstoff-Hub.